Cholesterinsenker Ezetimib nutzlos?
Experten sehen bisher keinen Vorteil
Wer langfristig mit hohen Cholesterinwerten kämpft, riskiert Herz-Kreislauf-Leiden. Dem Risiko einen Infarkt zu erleiden, sollen cholesterinsenkende Mittel wie Ezetimib vorbeugen. Belege dafür gibt es aber bisher keine, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mitteilt.
Cholesterinsenker als möglicher Herzschutz
Viele, die das Medikament Ezetimib einnehmen, bekommen es in Kombination mit Statinen verschrieben. Beide Mittel senken die Cholesterinwerte: Das eine hemmt dabei die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung in den Darm, das andere blockiert die körpereigene Bildung des Blutfetts. Dass solch eine Therapie den Cholesterinspiegel reguliert, ist belegt. Ob eine zusätzliche Einnahme von Ezetimib allerdings vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt, bleibt fraglich. Experten des IQWiG finden dafür jedenfalls bisher keine Beweise.
Um zu prüfen, ob die zusätzliche Einnahme von Ezetimib einem Herzinfarkt vorbeugt, analysierte das IQWiG zwei Studien mit knapp 1.080 Teilnehmern. Darin nahmen alle Probanden standardmäßig ein Statin ein. Zusätzlich erhielt in der einen Studie die Hälfte der Teilnehmer Ezetimib und die andere Hälfte ein Placebo. Die zweite Studie indes verglich die Therapie von Statinen plus Ezetimib mit der Gabe von Statinen plus Nikotinsäure – einem Vitamin, das die Gefäße vor Arteriosklerose schützt.
Zusätzlicher Nutzen fraglich
Wie sich zeigte, wirkte Ezetimib nicht besser als das Placebo oder die Nikotinsäure. Demnach bringt eine ergänzende Therapie mit Ezetimib auch keinen Zusatznutzen für das Herzen. Ob das wirklich so ist, ließe sich jedoch nicht abschließend beurteilen, betonen die Experten. Dafür seien noch weitere und größere Studien nötig.
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