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Zecken bei Kindern sicher entfernen


So packen Sie die Parasiten richtig


Sie beißen wieder, die Zecken. An sich wäre der Biss harmlos – wäre da nicht das Risiko, an einer Frühsommer-Meningitis (FSME) oder an Borreliose zu erkranken. Hat sich eine Zecke auf der Haut des Kindes festgesaugt, muss sie behutsam, aber bestimmt entfernt werden. Wie genau, das erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) im Netz.

Alles muss raus – auch der Rüssel

Zecken mögen es warm. Besonders wohl fühlen sie sich in Achselhöhlen. Aber auch an vielen anderen Hautstellen nisten sie sich ein. Steckt eine Zecke in der Haut, ist es wichtig, sie komplett zu entfernen. Dazu sollte sie mit einer speziellen Kunststoff-Pinzette direkt am Kopf und möglichst nah an der Einstichstelle erfasst werden. Hilfreich ist es, vorher die betroffene Hautstelle etwas zu dehnen. Sitzt die Pinzette richtig, sollte die Zecke langsam senkrecht nach oben gezogen werden – ohne den Zeckenkörper dabei zu quetschen oder zu drücken. Geht die Zecke kaputt, droht Speichel oder Darminhalt der Zecke in den Blutkreislauf zu gelangen. Das ist tückisch, denn damit kommen auch die Erreger von FSME und Borreliose in den Körper.

In den Risikogebieten Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz übertragen etwa drei Prozent aller Zecken die FSME-Viren. Mit Borrelien sind etwa 15 Prozent der Zecken in Deutschland infiziert. Laut BVKJ werden die FSME-Viren bereits nach wenigen Minuten übertragen. Bei den Borrelien dauert es länger – sie wandern erst nach 12 bis 24 Stunden über den Zeckenrüssel in das Blut.

Wenn die Zecke stecken bleibt

„Wenn Reste von der Zecke in der Haut zurückbleiben, sollte das Kind in jedem Fall zum Kinder- und Jugendarzt“, rät BVKJ-Bundessprecher Ulrich Fegeler. „Auch wenn sich Tage bis Wochen nach dem Stich ein roter Fleck bildet, der nach innen hin blasser wird und sich ausdehnt, ist ein Besuch in der Praxis angeraten“, erklärt er weiter. Diesen roten sich ausdehnenden Fleck nennen Mediziner auch Wanderröte – ein typisches Zeichen einer Infektion.

Eine Borreliose äußert sich zusätzlich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Erbrechen. Die FSME verläuft zunächst unbemerkt und schwerer. Hier können nach einer scheinbar gesunden Periode von bis zu 20 Tagen neurologische Beschwerden auftreten wie Bewusstseins­störungen, Lähmungen oder Hirnhautentzündung. In Deutschland gibt es eine Impfung gegen FSME. Diese empfiehlt sich vor allem bei Reisen in Risikogebiete. Eltern sollten sich dazu vom Arzt beraten lassen. Gegen die bakterielle Borreliose gibt es keine Impfung – hier helfen in der Regel Antibiotika.


04.05.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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